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Schokolade gefressen

Ja, dies ist kein Scherz – Für Hunde und Katzen ist Schokolade tatsächlich giftig!
In der Vorweihnachtszeit kamen insgesamt fünf Hunde zu uns in die Praxis, die Schokolade gefressen hatten, und die daraufhin leider ein unschönes Erlebnis erwartete.

 

Schokoladenvergiftung

Schokolade enthält Theobromin und Koffein (der Theobromingehalt ist etwa 3-10mal so hoch) . Beides sind Methylxantine, die in Kakao enthalten sind, und auf die Hunde und Katzen viel empfindlicher reagieren als wir Menschen.
Katzen fressen eher selten Schokolade, weil sie die Geschmacksrichtung süß nicht wahrnehmen können.
Hunde hingegen scheinen genauso heiß darauf zu sein, wie wir Menschen auch. Gerade vor verfressenen Hunderassen wie beispielsweise Beagle und Labrador, ist das Nutellaglas nicht sicher.

Wieviel ist zuviel?

Generell sollten Hunde und Katze überhaupt keine Schokolade bekommen.
Erste Symptome treten ab einer Dosis von 20mg Theobromin/kg Körpergewicht auf. Dies ist etwa in einer halben Tafel Vollmilch (50g) oder 20g Bitterschokolade enthalten. Die letale Dosis beträgt 100mg Theobromin.
Der Theobromingehalt hängt vom Kakaoanteil ab. Das heisst: Je dunkler die Schokolade, desto gefährlicher.

Bitter-, Zartbitter- und auch Kochschokolade haben einen sehr hohen Kakaoanteil. Weiße Schokolade ist ungefährlich.

Es gibt im Netz den sogenannten Schokoladenrechner. Damit kann man abhängig vom Körpergewicht des Tieres, der aufgenommenen Schokoladenmenge und der -sorte errechnen lassen, ob es gefährlich wird.

kakaobohnen

Kakaobohnen

Anzeichen einer Schokoladenvergiftung

Koffein und Theobromin verursachen eine Überstimulation des Nervensystems. Folgende Symptome können meist 6 – 12 Stunden nach dem Verzehr auftreten:
Aufregung, Unruhe, Hecheln,
vermehrte Wasseraufnahme, Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Blähungen,
Fieber, Herzrasen oder verlangsamter Herzschlag, erniedrigter Blutdruck, Blauverfärbung der Schleimhäute.

Der Tod tritt 12-36 Stunden nach dem Verzehr durch Herzrhythmusstörungen ein.

Koffein und Theobromin werden in der Leber abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit von Koffein beträgt 4 1/2 Stunden. Theobromin braucht 17 1/2 Stunden bis es zur Hälfte abgebaut ist.

brechmittel-schokoladenvergiftung

Brechmittel-Schokoladenvergiftung

Schokolade gefressen – Was nun?

Möglichst schnell zum Tierarzt!

Am besten ist es, wenn die Schokoladenaufnahmen nicht länger als 2 Stunden zurück liegt. Dann kann dem Tier ein Brechmittel (Apomorphin) injiziert werden.
Darauf folgt der für alle Beteiligten (insbesondere für den Hund) weniger schöne Teil: Nach nur wenigen Minuten wird die im Magen befindliche Schokolade erbrochen. Entsprechend wird im Anschluss dann ein Antibrechmittel (Metoclopramid) injiziert, und der Spuk bzw. das Spucken hat ein Ende.
Neulich habe ich erstmals den überaus eleganten Ausdruck „Gastrointestinale Dekontamination“ für diesen Vorgang gelesen. 😉

Ist die Schokoladenvöllerei schon länger her, prüfen wir die Herzfunktion und mittels einer Blutuntersuchung die Leber- und Nierenwerte.
Aktivkohle und/oder Infusionen können sinnvoll sein. Schwerwiegende Fälle nehmen wir stationär auf.

schokolade

Schokoladenherzen

Prävention ist besser als Intervention!

Die Advents- und Weihnachtszeit ist sicherlich prädisponiert für eine Schokoladenvergiftung. Überall gibt es Süßigkeiten, die dann entsprechend zur freien Verfügbarkeit herumstehen.
Je nach Tiernaturell, stehlen Hunde (seltener Katzen) Gebäck und Schokolade und verzehren dies abhängig von den jeweiligen Feinschmeckerqualitäten, mit oder ohne Verpackungsmaterial.

Also an Folgendes denken:

  • Nix frei herumstehen lassen!
  • Auch Gebäckstücke mit Schokoüberzug (Lebkuchenbrezeln, Dominosteine, Schokoladenherzen) sind giftig!
  • Schokolade gutverpackt außerhalb des Gesichtsfeldes verwahren! Ist auch für uns besser…